Siena, Italien
Zypressen, Olivenbäume und Weinreben - das sind die prägenden Elemente der im nördlichen Drittel des italienischen Stiefels gelegenen Region Toskana. Seit mehr als zweitausendfünfhundert Jahren wird hier Wein angebaut, auch der Chianti, der bekanntest Wein Italiens, gehört dazu. Aber nicht nur Weinkenner, sondern auch Naturliebhaber kommen in der Toskana voll auf ihre Kosten. Ein Million Hektar Wald und der Parco dell'Uccellina, ein ausgedehntes Naturschutzgebiet in der südlichen Toskana, laden zu langen Wanderungen oder Spaziergängen ein. Außer Wein, Landschaft und Natur, hat die Toskana auch eine ganze Reihe attraktiver Städte zu bieten. Dazu gehört auch Siena, das mit Florenz im Mittelalter zu den wichtigsten toskanischen Orten zählte, und heute für Toskana-Reisende häufig der Dreh- und Angelpunkt ihres Aufenthalts ist. Besonders attraktiv wird Siena durch den wunderbar erhalten gebliebenen mittelalterlichen Stadtkern, der Ambiente und Atmosphäre der Stadt entscheidend prägt und seit der Mitte der neunziger Jahre zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Zu den Attraktionen von Siena gehört auch das traditionelle Pferderennen der Stadt, dem berühmten Palio. Organisiert wird das Rennen von den Oberhäuptern der Contradas, der alten Stadtviertelgemeinschaften Sienas, denen man nachsagt, sie haben mehr Einfluss auf die Geschicke der Stadt als der Bügermeister. Wird ein Kind geboren, so sagt man in Siena, wird die Taufkerze auf dem Weg zur Kirche zuerst durch das Contrada-Oberhaupt gesegnet. Bei den sattellosen Pferderennen, die in den Monaten Juli und August auf der Piazza del Campo stattfinden, messen sich die Contradas von Siena im friedlichem Wettstreit.
Fast ist es so, als reiste man in der Zeit zurück, wenn man durch die engen Gassen zum Torre del Mangia geht. Dieser zum Rathaus der Stadt gehörende, ebenfalls mittelalterliche, Turm ragt immerhin einhundertzwei Meter über Siena hinaus. Damit ist er eine hervorragende Aussichtsplattform für Interessierte, die einen Rundumblick erleben möchten. Natürlich wird dabei der Blick auch auf den Dom fallen, der durch seine Bauweise aus schwarzem und weißem Marmor allein schon ein Hingucker ist.
Gotische und romanische Elemente verbinden sich in diesem Bauwerk zu einer Einheit, die es zu einem Stück sakraler Baugeschichte macht. Vielleicht erhält man aber im August in luftiger Höhe auch zufällige Einblicke in das alljährlich auf der Piazza del Campo, dem zentralen Platz in Siena, in historischen Kostümen ausgetragene Pferderennen. Mit noch mehr Glück hört man dabei dann einen Song von Gianna Nannini, der berühmten Rockröhre aus Siena. In die Toskana und nach Siena reisen ist gleich bedeutend mit einer Reise in die Vergangenheit. Nirgendwo sonst ist Geschichte so hautnah spürbar.